Donnerstag, 27. märz 2008
Traditionell war ich am Ostersamstag beim Osterfeurer mit der Familie. Meine Tante hatte alles organisiert und meinte sie hätte auch noch ein paar Freunde "aus'm Club" eingeladen.
Ich dachte... "Schön, wird bestimmt lustig."
Ich hatte ja keine Ahnung wie lustig.
Die Freunde stellten sich als ihre trinkfesten Motorradliebhaber aus dem nächstliegenden Verein herraus.
Sechs oder sieben (meine Erinnerungen an den Abned lassen zu wünschen übrig) Männer, am Ende ihre 3 Lebensviertels und in Lederjacken mit so Aufnäher wie: "Wunsch ist Wunsch Fee bück dich."
oder "Es sieht zwar nicht so aus, aber wir sind die Guten."
Am Anfang wusste ich nicht so genau was ich von ihnen halten sollte, aber ich entschloss mich wie jedesmal meine Vorurteile einfach (erstmal) bei Seite zu stellen und einen geilen Abend zu
haben.
Und es war ein geiler Abend.
Gut, albern sexistischer Humor mit hohem Prollfaktor ist nicht jedermanns Sache, aber nach 2 Stunden an der Bar kamen mir die Jungs vor wie die witzigsten Menschen der Welt.
Auch der lustigste Abend geht mal vorbei und es hieß ab in die Falle.
Erst am nächsten Morgen hatte ich realisiert mit welchen Menschen ich da eigentlich gefeiert hatte. Naja, ich hab es schon voher regestriert, es dann aber ignoriert.
Die Werwölfe unserer Gesellschaft, mitten in der norddeutschen Einöde.
Menschen die dir unter der Woche dein Klo reparieren oder ein Auto verkaufen, verwandeln sich in ihrer Freizeit in Monster aus Leder und Motorölrückständen, die in Rotten die Straßen Deutschlands
unsicher machen.
Liegt es an mir, oder ist das seltsam?
Im letzten Artikel ging es darum wie wir uns das Erwachsenenleben als Kinder vorstellen... Ich war beeindruckt und auch irgendwie fasziniert davon wie meine ledergestiefelten Freunde einen
Kompromiss gefunden hatten, zwischen dem Leben das sie führen müssen und dem das sie sich ausgesucht hatten, um alles andere etwas erträglicher zu machen.
Später bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das doch eigentlich so gut wie jeder von uns macht. Egal wie gut wir in der Schule sind oder in unserem Job, am Ende brauchen wir etwas das uns aus
unserem Alltag entführt und uns das Gefühl gibt, dass das Leben nicht nur aus
müssen besteht, sondern auch aus
können.
Ich will auch lieber " können "als " müssen"