Mittwoch, 12. märz 2008
Vielleicht kennt ihr das Frage- und Antwortspiel. Man stellt sich, meistens zu zweit, eine Frage die der andere ehrlich beantworten muss...
Na jedenfalls war ich dran und ich habe die Frage gestellt: 
"Meinst du man kann jemals aufhören einen Menschen zu lieben?"
Meine Gesprächspartnerin war der Meinung, dass das natürlich funktioniert, mit viel Selbstdisziplin und einer guten Portion Ablenkung und Abstand. Man müsse sich geistig wie körperlich von demjenigen entfernen bis man irgendwann nicht mehr das Bedürfnis verspürt sich in seiner Nähe aufzuhalten...
Ich schätze die Meinung meiner Freundin sehr, aber in dem Fall muss ich dazu sagen... SCHWACHSINN!
Vielleicht klappt diese Taktik bei ihr, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen das es bei mir bis jetzt noch nie geklappt hat.

Wenn man auffhören will jemanden zu lieben, liegt das ja wohl meistens daran das unsere Liebe nicht genügend erwidert wird. Wir erleiden Schmerzen und wir wünschen uns das diese Schmerzen auffhören, doch da das Objekt unserer Begierde wahrscheinlich nicht von heute auf morgen von Amors Pfeil getroffen wird und uns zu Füßen liegt... versuchen wir die ganze Geschichte zu akzeptieren und weiter zu machen. 
Ist ja vernünftig.
Doch ist euch schon einmal aufgefallen das Liebe nichts, aber auch rein gar nichts mit Vernunft zu tun hat? Meistens ist sie sogar das genau Gegenteil davon und wir widersetzen uns jeden Regeln der Logik, nur um diesem Gefühl zu folgen, das uns mit einem unglaublichen Gefühl von Freude in Form von Schmetterlingen erfüllt. Es treibt uns an, entscheidet wann wir glücklich und wann wir traurig sind und macht uns somit zu einem Sklaven unserer eigenen Gefühlswelt. 
Wie kann man also versuchen einen Vorgang im Sinne des Gesunden Menschen Verstandes zu beenden, wenn er nie etwas mit demselbigen zu hatte?
Ich bin ein unerfahrenes junges Ding, doch ich kann mir einfach nicht vorstellen das man in seinem Leben eine Reihe von Beziehungen mit Menschen haben kann die man wirklich liebt, ohne diese Menschen auch weiterhin zu lieben auch wenn diese schon lange aus deinem Leben verschwunden sind. 
Oder geht man nur Beziehungen mit Menschen ein die man nicht liebt aber eine gewisse Zuneigung versprürt, damit man die Verbindung ohne großen psychischen Aufwand wieder lösen kann? Und wenn man dann den Richtigen/ die Richtige gefunden hat, dann schleppt man ihn so schnell wie möglich vor den Altar, um sicher zu stellen das die Verbindung nicht mehr so leicht zu lösen ist?
Das glaube ich weniger.

Ich glaube wir lieben eine Menge Menschen im Laufe unseres Lebens  und jeder von ihnen ist einzigartig, genau wie die Liebe zu ihnen. Die Liebe ist eine Art Souvenir das wir immer und überall mit uns herumtragen. Hin und wieder holen wir es hervor um uns zu erinnern, denn es ist ein schönes Gefühl Liebe für jemanden zu empfinden, egal wer er war, egal ob er uns liebte...
von ...li$@'!^^
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Kommentare

Hi Lisa,
dein Artikel hat mir a Herzen getroffen und muss sagen, dass es wirklich stimmt. wir tragen diese Lieben überall.
Ein Souvenir ist doch die Liebe. Meine trage ich jeden Tag erhlich zu sagen.

grüß James .N.
Kommentarnr.: 1 Gepostet von: James Njoroge am: 13.03.2008 22:13:35
danke für die kommentare:-)
aber ich glaube es ist einfach so das sich manche mit diesem text indentifizieren können und andere eben eine andere Meinung haben , entsprechend ihrer Erfahrungen.
aber ich freu mich über jede anmerkung
Kommentarnr.: 2 Gepostet von: lisa am: 13.03.2008 15:18:47
@Beate: Wird hier vielleicht Liebe mit Verliebtsein verwechselt? Liebe bewährt sich nicht in der extremen Leidenschaft zu Beginn (bevor der Verstand einsetzt, weil die Endorphin-Zufuhr wegen Abflauens des ersten extremen Verliebtseins weniger wird) sondern im Alltag. Liebe hat etwas mit Kennen/Wissen zu tun.

@Lisa: Dein Text ist klasse. Du setzt völlig richtig darauf, dass man eine Weile jemanden geliebt hat (nicht nur: verliebt sein - meine unerreichten "Flammen" habe ich schon fast vergessen, es sei denn, uns hat etwas eine Weile zumindest verbunden) und ihn dan wie ein Souvenir bei sich trägt. So kann ich es von einer Ex-Freundin sagen, mit der ich 1991/92 liiert war. Einen Platz im herzen findet sie nach wie vor, wenn auch nur ein bisschen. Der Rest ist für meine Lieben - Frau, Kinder - reserviert.

Zum Heiraten: In dem Moment, in dem ich mein Ja-Wort gebe, bin ich mir sicher, dass es für das ganze Leben reicht. Ich kann aber nicht garantieren, dass es so bleibt. In dem Moment meine ich es aber so, wie ich es sage - und versuche nicht nur, meine Liebe zu reservieren, bevor sie weg ist....

Grüße, M.Kupfer
Kommentarnr.: 3 Gepostet von: M.Kupfer am: 13.03.2008 14:48:44
Die Liebe zu einem Menschen löst sich just in dem Moment auf, an dem der Verstand anfängt, darüber nachzudenken. Normalerweise verläuft dieser Prozeß schubweise und kann dabei sogar zeitweise wieder in Gegenrichtung verlaufen, aber das Ende naht meist. Leider. Denn die Liebe ist wie Glas. Fest und dennoch spröde. Das sind meine Erfahrungen.
Kommentarnr.: 4 Gepostet von: Beate (Website) am: 13.03.2008 12:06:10
Ich kann nicht für jeden Menschen sprechen. Alles was in diesem Artikel steht, spiegelt meine eigenen Erfahrungen und Perspektiven wieder. Ich bin mir aber sicher das du eine Person aufrichtig lieben kannst und gleichzeitig etwas für einen anderen Menschen empfinden kannst. Wie gesagt, es sind 2 unterschiedliche Menschen, man kann sie nicht mit einander vergleichen und deswegen muss man sie auch getrennt von einander betrachten.

Solange es dir gut geht und du dich in deiner Beziehung wohl fühlst, sie dich ausfüllt, gibt es keinen Grund darüber nach zu denken.
Genieß es einfach.
lg Lisa
Kommentarnr.: 5 Gepostet von: lisa am: 13.03.2008 00:31:37
Liebe Lisa,
ich kenn dich nicht und bin nur durch Zufall auf deine Seite gstoßen beim over-blog.de durchsuchen; und ich muss dir sagen, dass mich dein letzter Artikel wirklich fasziniert.
Ich bin momentan in einer Lage, die ich nicht leicht deuten kann. Ich meine... ich bin seit 2 1/2 Jahren vergeben und wirklich glücklich, ohne Zweifel; aber seit einem Jahr habe ich einen guten Freund, der mir wikrlich sehr viel bedeutet und für den ich gleichzeitig ebenfalls sehr viel empfinde..
Mh, klingt irgendwie bescheuert, aber man kann nichts dagegen machen.
Ich meine.. Ich zweifel ja nicht einmal an der Liebe zu meiner Beziehung, aber ich kann gleichzeitig lieben - auch wenn sich das ein wenig von der Art her unterscheidet; im Endeffekt ist und bleibt es so etwas wie Liebe...
Was meinst du? Kann man das (mit sich) vereinbaren?
Mit Hoffnung auf Antwort am besten hier; ich schau auch nach. ;)

Liebe Grüße,

Franzi
Kommentarnr.: 6 Gepostet von: Franzi (Website) am: 12.03.2008 22:19:59

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