Heute war wieder einer der seltenen Tage an dem ich mit meinem fast unbekannten Freund von nebenan gechattet habe. Wir hatten es von diesem Blog und von den Themen über die ich schreibe. So sind
wir unweigerlich auf das Thema Beziehungen gekommen (Ich habe das Gefühl, Jugendliche kommen allgemein immer auf das "eine" Thema zu sprechen, egal wo sie anfangen.)
Mein fast unbekannter Freund von nebenan hatte Angst eine Dose zu sein... Im ersten Moment war ich völlig verblüfft, weil ich von seiner fast schmerzhaften Ehrlichkeit überrascht war. Wer
gibt schon gerne zu das er Zweifel an der eigenen Person hat? Ein anderer Grund für meine Verblüffung war, dass er gleichzeitig damit zugab, dass er sich teilweise mit meiner Beschreibung
indentifziert hatte.
Und ich möchte auf diesem Wege allen gekränkten und verunsicherten Männern/Jungen sagen dass, das was ich geschrieben habe sehr überspitzt ist. Ich habe es mir sehr einfach gemacht
indem ich in schwarz und weiß denke, obwohl ein hoher Prozentsatz unserer Bevölkerung grau ist.
Jedenfalls erzählte mir mein fast unbekannter Freund von nebenan (fuFvn), dass dieser Artikel automatisch in ihm selbst die Frage ausgelöst hat: Bin ich eine Dose oder ein Bär? Und genau das
provoziert dieser Text.
Er war völlig aufgeschlossen und man bemerkte das er sich wirklich selbst (und mich) fragte: Bin ich eine Dose? Ich kenne meinen fuFvn. So gut wie man eben einen fuvFn kennt, aber ich fühlte mich
nicht im Stande, ihm eine Antwort auf die Frage zu geben, die ihn wirklich beschäftigte. Vor allem kam mir diese ganze Bären und Dosen- Geschichte auf einmal furchtbar ungerecht vor. Ein Mensch
beginnt an sich selbst zu zweifeln, aufgrund von Worten, die du in deinem jugendlichen Leichtsinn und hauptsächlich aus Spaß an der Freude ins Internet gestellt hast. Langsam begann ich an mir zu
zweifeln...
Aber auch zu bemerken dass, das männliche Ego etwas sehr komplexes und sprödes ist. Eine Art Kugel aus Glas, die überall kleine Risse un Macken hat und wenn man an den Falschen Stellen etwas zu
viel Druck ausübt, zerbricht sie und man schaut sich einen Scherbenhaufen an. Mein Artikel ist das perfekte Druckmittel.
Ich hab mir lange überlegt ob ich den Artikel löschen soll, kam aber zu dem Schluss das es mir nicht ähnlich sieht etwas zurück zu nehmen, das von mir ist. Ich stehe für diesen Artikel ein, denn
er spiegelt in gewisser Weise (wenn auch übertrieben) mein jugendliches und naives Schubladen-Denken wieder. Es gibt nur schwarz und weiß. Aber ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit
meinem Vater darüber. Naivität ist ein wichtiger Punkt, der uns von unserem Kindlichen Ich der Vergangenheit und unserem Erwachsenen Ich der Zukunft unterscheidet. Das Leben ist nur eine
Aneinanderreihung von auf die Fresse fallen und mal längeren, mal kürzeren Perioden, in denen wir uns auf den Beinen halten. Und durch jedesmal, wenn wir am Boden liegen und uns aufraffen um
weiter zu gehen, verlieren wir ein Stück von unserer Naivität. Wir fallen, wie im Fall meines fuFvn, in unserer Jugend und Kindheit öfter hin, stolpern durch ein verwirrendes Chaos von Menschen,
Emotionen und eigenen Bedürfnissen, während wir uns fragen wie lange das noch so weiter geht, müde davon unsere Narben zu zählen. Doch irgendwann wird diese Frage unwichtig, weil wir
dann nicht mehr stolpern sondern nur ab und zu ins wanken kommen, indes wir über den Catwalk des Lebens schweben.
Das ist meine jugendliche Naivität. Ich habe noch die Hoffnung das alles irgendwann leichter wird. Und wenn nicht, bleibt mit immer noch meine Naivität.
von ...li$@'!^^
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